Religion und Weltfrieden

Herzlich willkommen zum ehemaligen Internetauftritts des Symposiums Religionen und Weltfrieden!

Die gesammelten Beiträge des Symposiums Religionen und Weltfrieden wurden in einem ausführlichen deutschsprachigen Tagungsband veröffentlicht und erschienen auch in einer englischen Zusammenfassung. Als Vorgeschmack finden Sie hier einige besonders interessante Aussagen der Redner:

„Wie sollen wir uns international engagieren? Und soll es im ‚Kampf gegen den Terrorismus‘ einfach in diesem Stil weitergehen? Gibt es keine konstruktiveren Vorgehensweisen in Konflikten? Alles Fragen, zu denen man auch klare Stellungnahmen der Religionsgemeinschaften wünscht.“ (Hans Küng)

„Nachdem der Westfälische Frieden die Religionen entpolitisiert hatte und auf dem Boden der friedlichen Koexistenz der Konfessionen die moderne Staatenordnung Gestalt annahm, treten nun soziale Bewegungen sozusagen ‚postwestfälisch‘ wieder als politische Religionen auf…“ (Claus Leggewie)

„The famous ‚comeback of religions‘ is not a revival of faith, but a consequence of the disappointment in secular ideologies- socialism, liberalism and communism – after all, only religion remained as an effective tool for understanding a society.“ (Ivo Markovic)

„Religion kann die Menschen zu ihrem besten Vermögen bringen, und Religion kann zu den schlimmsten Kriegen führen. Versuche, Religion ganz zu überwinden, sind immer gescheitert; Religion lässt sich nicht abschaffen.“ (Gerhard Robbers)

 „In unseren quantitativen Untersuchungen konnten wir jedenfalls bisher nicht nachweisen, dass interreligiöse Netzwerke Gewaltkonflikte verhindern wie wir hoffnungsvoll angenommen hatten“ (Matthias Basedau)

„There is plenty of dialogue that goes on in poor communities. Poor Christians, Buddhists, Hindus, Muslims and those of other religions often live in the same communities, share each other’s concerns and needs […]. The difficulty for us middle class theologians and dialogicians is that we have no access to that conversation.“ (Shanta Premawardhana)

„In understanding the relation of fundamental religious, ethnic or other beliefs to the meaning of tolerance/intolerance, it is necessary to distinguish two types of intolerance: belief as target and belief as warrant.“ (David Little)

„Im Falle terroristischer Gewalt im Zusammenhang des arabisch-israelischen Konflikts haben auch herausragende Theologen Argumente der Billigung gefunden. Im schiitischen Raum […] ist es ein Theologe gewesen, Ayatollah Khomeini, der Gewalt, Entführung und Geiselnahme seiner Anhänger gerechtfertigt, sich aber zumindest nicht klar dagegen ausgesprochen hat.“ (Udo Steinbach)

„Es waren nicht Christen, sondern Muslime, die in Ruanda schon lange vor der Eskalation erkannten, wohin die Hass- und Gewaltpropaganda Anfang der 1990er-Jahre steuerte […]. Aus dieser frühzeitigen Erkenntnis führten sie an ihren muslimischen Schulen Programme durch, die die jungen Menschen […] sensibilisieren und unempfänglich für die Propaganda machen sollten. Das Ergebnis war […], dass sich die ruandischen Muslime als einzige Bevölkerungsgruppe fast kollektiv der Gewalt verweigerten.“ (Hans Küng)

„The most distinctive, important, and interesting way that religion has contributed to peacebuilding […], is through bringing the concept of reconciliation into politics around the world.“ (Daniel Philpott)

„The narrative of ’saving souls‘ and bringing ‚civilization‘ to the colonized, transformed the colonial enterprise in many European minds from an unethical intrusion and plunder of other countries to a morally justifiable expression of Christian love.“ (Shanta Premawardhana)

„The framing of a conflict in a religious language generates a corresponding way of acting, thereby creating a reality of its own.“ (Hans G. Kippenberg)

„The Catholic Church in Chile and both Catholic and Protestant leaders in Brazil ferreted out the truth about torture and disappearances under the nose of dictatorships in the late 1970s and early 1980s and later forwarded this information to actual truth commissions in the wake of their countries‘ transition to democracy.“ (Daniel Philpott)

„Nevertheless, Buddhists have been involved in wars that have been portrayed as ‚defending Buddhism‘, though these have typically been more about defending a nation that has come to be semi-sacralised by its association with Buddhism, or defending the interests of Buddhists, rather than of Buddhism.“ (Peter Harvey)

Die o.a. Inhalte wurden inhaltlich teilweise aus der ursprünglichen Website entnommen.